„Sägen“ kann auch Kunst sein


Was ein Goldschmied mit einer Säge so alles machen kann

Nachdem ich nun einen neuen Ring mit einem stilisierten Motiv gefertigt habe, ist mir durch den Kopf gegangen, was für ein tolles Werkzeug so ein Sägebogen so eigentlich für einen Goldschmied ist.

Jeder Auszubildende lernt zunächst einfache gerade Linien in Messing zu sägen. Das ist zu Beginn überhaupt nicht so einfach, viele viele Sägeblätter gehen dabei zu Bruch. Es dauert einfach bis man ein Gefühl für die Handhabung des Werkzeugs und das Material bekommt.
Dann kommen Bögen, Kurven, Spitzen, rechte Winkel und schräge Kanten dazu. Alles zusammen ergibt schon ein reiches Spektrum, um schöne Schmuckstücke zu gestalten.

„Gesägte Motive“ begleiten mich schon lange in meinen Arbeiten, da sie sehr individuell gestaltete Motive zulassen, wie man hier sehen kann.
Das reicht über Monogramme, Namen, Muster, Verzierungen und vieles mehr. Am Wichtigsten ist aber die eigene Phantasie um dem simplen „Sägebogen“ etwas Besonderes zu entlocken.

So simpel ist er eigentlich gar nicht, der Sägebogen, ein besonderes Designstück habe ich auf Pinterest entdeckt,
der wäre noch was für mich 😉 → ein besonderer Sägebogen

 

verschiedene Schmuckstücke mit gesägtem Motiven

 

Eine besondere Sägekunst im Goldschmiede-Handwerk sind Ajour-Sägearbeiten, wenn auch heute so gut wie nicht mehr vorhanden.
Ajour (á-jour, französisch) bedeutet zum Licht, Durchbruch.
Diese Ajour-Arbeit ist bei älteren Juwelenschmuckstücken die verzierte Unterseite des Steinbesatzes, die schrägen Kanten werden eigentlich mehr geschabt als gesägt und lassen je nach Kunstfertigkeit schöne Muster zu. Diese Technik dient nicht nur zur Verzierung der Rückseite, sondern auch der besseren Lichtwirkung der Steine. Jeder einzelne Stein erhält dabei seine eigenen Verzierung.

Und zum guten Schluß: ich habs getan und mir den Sägebogen bestellt, freu mich schon riesig auf das Paket 🙂

Grüße
ihre Heike